Die Diskussion über die sich mehr und mehr verändernde Marktlage der Marktforschungsbranche ist nun wiederum auch schon einige Jahre alt und verliert kaum an Dynamik. Ich erinnere mich noch an die Anfänge der Onlinemarktforschung Ende der 90er. Erst als Erhebungsinstrument nicht ernst genommen und von Meinungsführern der Branche aufgrund der damaligen Nichtrepräsentativität klein geredet, später aufgrund der Kundenakzeptanz und der stetig wachsenden Interviewzahlen auch von den Marktführern ins Portfolio aufgenommen, gehört sie heute zu einem bedeutenden Instrument der Marktforschung. Schon damals ging die Angst vor zu großer Veränderung durch unsere Branche. Die aktuelle Diskussion um die Erneuerung der Marktforschung spitzt sich aus meiner Sicht mehr und mehr zu und gipfelt zum Teil in Selbstauflösungsprognosen. Trauen wir uns selbst denn so wenig zu?

Ja es ist richtig, die Veränderungen sind gravierend, aber doch nur für jene, die den schrittweisen Wandel der letzten 15 Jahre ignoriert haben. Alternative Erhebungsmethoden, sinkende Teilnahmebereitschaft der Befragten und Datenschutz beschäftigen uns schon lange. Die Notwendigkeit im Sinne von unseren Kunden und Verbrauchern spannende, kreative und unterhaltsame Designs umzusetzen, die im Ergebnis echten Impact liefern, von denen Auftraggeber und Verbraucher nachhaltig profitieren, ist doch die zentrale Aufgabe unserer Branche. Immer wieder erhält man den Eindruck, als wenn dieser Anspruch vollkommen neu wäre und einige hiervon überrascht werden.

Entwicklung ist doch stetig und überall. Jedes Unternehmen hat die Aufgabe, sich täglich auf die Marktveränderungen einzustellen und mit innovativen Prozessen seine eigene Zukunftsfähigkeit zu gestalten. Das ist aus meiner Sicht aber exakt das, was wirklich Spaß macht und was einen Beruf spannend macht. In meiner Jugend hatte ich Angst, mein ganzes Leben immer das Gleiche machen zu müssen, in einer Welt zu leben, in der es nur wenig Veränderung gibt. Die Philosophie der konsequenten und kontinuierlichen Verbesserung ist ein entscheidendes unternehmerisches Erfolgskonzept. Dies gilt doch für alle Unternehmen, auch für uns. Wer diese Philosophie am besten beherrscht und hierbei den aktuellen Zeitgeist im generellen versteht, wird auch im Jahr 2020 noch relevant sein.

Lasst uns als Branche doch endlich Freude empfinden, an dem was gerade uns als Veränderung so viele neue Chancen und Möglichkeiten bietet. Es macht doch einfach Spaß sich mit neuen Techniken, Verfahren und Lösungen zu beschäftigen. Wir sind es traditionell gewohnt in einer engen Range von Erhebungsmethoden zu denken, neue Methoden eher kritisch zu sehen und erst nach Jahren der Prüfung und Standardisierung nach und nach zu akzeptieren. Dies hat uns bei unseren Kunden eher den Ruf der Innovationsfeindlichkeit eingebracht. Jetzt sprießen überall die Ideen von jungen mutigen Companies, die nicht erst auf das OK unserer Branche warten, sondern lieber Kunden mit Kreativität beeindrucken. Nicht alles was heute entwickelt wird, wird es ins Jahr 2025 schaffen, aber aus der Erfahrung der heutigen neuen Methoden, werden professionelle sehr wirkungsvolle Lösungen entstehen, die die Marktforschung in schon wenigen Jahren stark beeinflussen wird. Die aktuellen Veränderungen in unserer Branche sollten uns keine Befürchtungen entlocken, sondern uns das Bauchkribbeln wieder zurückholen. Ich weiß noch, wie ich anfing und alles so unendlich spannend und aufregend war. Tolles Gefühl.

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